MATTEO CAPREOLI:
Er zieht durch die Lande und über die Bühnen, streift von Moment zu Moment. Der Hut sitzt fest auf Matteo Capreolis dichtem, schwarzen Lockenkopf und bereist mit ihm das Erdenrund. Mit wachen braunen Augen nimmt Capreoli seine Umwelt wahr und beschreibt sie. Und die soll nie die gleiche bleiben, ebenso, wie er sich selbst eine eigene Entwicklung wünscht.
Viel er ist schon gereist, doch er ist das noch zu wenig, er will mehr sehen, will mehr erleben, will am Ende ein bisschen mehr wissen über sich. Und weil er eigentlich nie mit der Suche begonnen hat, hat er vielleicht genau den richtigen Platz gefunden für sich, für jetzt. Denn Zuhause,das ist für ihn mehr Gefühl als ein Ort, das mag man sich fast schon denken. Matteo Capreoli ist der Logik der Zufällen gefolgt, vom Schlagzeug zum Klavier zur Gitarre zum Wort. Von Stuttgart nach Hamburg. Dort teilt er sich ein Studio, produziert Musik für Künstler wie Samy Deluxe, Das Bo und Nico Suave. Und vor allem sich selbst. Eingekreist von Instrumenten nimmt er seine Stücke auf, für sich allein, er begibt sich auf seine eigene Reise.
Es ist eine sehr bewusste Reise nach vorn, aus der Vergangenheit hinein in den aktuellen Moment. Alle musikalischen Eindrücke der vergangenen Veröffentlichungen, des Mixtapes und seiner Genre unterteilten Mikroalben, haben sich in einer klaren Verbindung vereint. Aus den vielen verzweigten Wegen, aus Reggae, Soul, Singer/Songwriter, ist nun ein direkter geworden. Freak-Folk-Soul nennt Matteo Capreoli diesen Weg und es ist somit auch ein Weg hin zu seinem eigenen Kern. Denn auch inhaltlich zeugt jedes seiner Stücke von viel Selbstreflexion. Durch den Spiegel der Musik wirft Matteo Capreoli sein innerstes nach außen und wir hören zu. Wir hören seinen Gedanken zu, manchmal denken wir mit, manchmal weg aber ohne denken kommt keiner davon. Matteo Capreoli schwingt keine flammenden Reden oder Plädoyers. Trotz seiner Wanderschaft ist er kein Prediger. Jedem Satz wohnt ein Funke inne, brennen müssen wir selbst. Matteo Capreoli wird weiter reisen. Er wird uns besuchen. Er wird von heute bis morgen bei uns bleiben und wenn wir es möchten am nächsten Tag von neuem. Alles bewegt und verändert sich, nichts ist für immer, aber jetzt ist es schön. Matteo Capreoli zieht um die Welt. Und wir ziehen unseren Hut.
TOM KLOSE:
Der junge Flensburger und Wahl-Hamburger schreibt und singt Songs mit englischen Texten, die sich nicht kategorisieren lassen wollen und sich deswegen durch Genres winden wie Folk, Rock, Pop, Country, Blues und Soul. Seit etwa drei Jahren ist er nun alleine und mit seiner Band (Cello, Bass, Schlagzeug) in und um Hamburg unterwegs und hat 2012 seine erste EP „Come Closer“ veröffentlicht.
Allein in den letzten zwei Jahren spielte er über 200 Auftritte und hat 5 Deutschlandtouren absolviert. Unter anderem war er dort Support für Tim Bendzko, Gloria und Elif. Für 2014 sind eine Tour mit Band und eine große Albumproduktion mit Produzent Mark Tavassol (Wir Sind Helden, Gloria) geplant, man darf also gespannt sein.
ONE MILLION STEPS:
Was genau macht eine Band die ihre Musik einordnet als ‚Metzgerpop‘ und ‚Deathjazz‘, ihre Konzerte als Mischung aus Eurythmie und Kindergeburtstag ankündigt? Die unterschiedlichen Charaktere sorgen dafür, dass außerhalb des Studios tonal so einiges drunter und drüber geht und in wohlwollend harmonischem Chaos endet. Als Gewinner des Preises für Popularmusik Hamburg „Krach & Getöse“ 2012 spielten sie unter anderem auf der Hauptbühne des Dockville, tourten durch Berlin, bespielten Festivals und Clubs deutschlandweit und planen momentan ihre zweite EP.