19.30 Uhr SARA HARTMAN
Aufgewachsen ist Sara Hartman in Sag Harbor, in den sogenannten „Hamptons“. Das ist eine Kolonie im US-Bundesstaat New York, wo die Superreichen im Sommer ihre Ferien am Atlantik verbringen. Sie stammt jedoch aus einer einfachen Familie, die das ganze Jahr dort lebt.Der Vater baut Swimmingpools für wohlhabende Kunden, die Mutter ist Künstlerin. Hartman hat gelernt, mit wenig auszukommen und sie besitzt eine enorme Kreativität.
Sie hätte nach New York City gehen können, um ihre Karriere als Popkünstlerin zu starten, doch die 20-Jährige entschied sich für Berlin. „Die Stadt ist so ähnlich wie New York in den 70ern. Die Straßen sind dreckig, aber überall entsteht Kunst“, erzählt sie. Bestärkt hat sie in ihrem Schluss wegzugehen die Lektüre von Patti Smiths Autobiografie „Just Kids“, in der Smith ihre Zeit in New York zu Beginn der 70er-Jahre beschreibt. Hartman gibt zu, dass sie viel Heimweh hat, aber sie will es in Berlin schaffen. Ihre intelligenten Popsongs wie „Satellite“ und „Monster Lead Me Home“ sind ein sehr vielversprechender Start. Und eine schöne und kraftvolle Stimme besitzt Sara Hartman zudem.
20.55 Uhr DAN CROLL
Geboren wurde Dan Croll in Newcastle-under-Lyme, aber seit einigen Jahren lebt und arbeitet der Singer-Songwriter in Liverpool. Als 18-jähriger ging er in die englische Hafenstadt, um an Paul McCartneys LIPA-Institut zu studieren. Immerhin gewann er während dieser Zeit den „National Songwriter of the Year Award“. Auch der britische „Guardian“ lobte Croll in de höchsten Tönen: „eine Mischung aus Paul Simon und Prince. Sehr gut!“, schrieb die Tageszeitung.
„Sweet Disarray“ hieß das erste Album von Croll, zur Zeit arbeitet er an seinem zweiten. Live tritt er mit einer fünfköpfigen Band auf und bis auf Schlagzeuger David Kelly singen alle Bandmitglieder. Die Harmoniegesänge sind nur eine der Stärken von Dan Crolls Combo. Einprägsame Gitarren-Hooks, mitreißende Beat-Rhythmen im Sixties-Stil und feine Arrangements sind andere Pluspunkte dieser jungen Band.
22.20 Uhr WINTERSLEEP
Die Band Wintersleep, die 2002 im kanadischen Halifax zusammenfand, ist alles andere als ein verschlafener Haufen. Gerade rhythmisierte Takte, klassische Indie-Gitarren und inbrünstiger, häufig anschwellender Chorgesang sind die Markenzeichen von Wintersleep. Schon früh hat die sechsköpfige Band exzessives Touren begonnen, unter anderem für Pearl Jam und die Editors. Schnell zog Wintersleep interessierte Produzenten an, wie Tony Doogan (Belle & Sebastian, Mogwai) und Dave Fridmann (Flaming Lips, MGMT).
Inzwischen hat die Band mit „The Great Detachment“ (Caroline, Universal Music) ihr sechstes Album draußen. Und noch immer wirkt sie wie eine typisch kanadische musikalische Großfamilie, die mit Vorliebe miteinander jammt. Das neue Werk schließt an die ganz frühen Aufnahmen an. Ein Sound, gespickt mit einer dezenten Melancholie und einem Hauch warmherzigem kanadischem Folk, in den man sich einfach fallen lassen kann.
00.05 Uhr BEN CAPLAN
Wenn man sich Ben Caplans Song „Stranger“ anhört, könnte man meinen, Tom Waits habe sich mal wieder ins Studio bequemt. Der amerikanische Sänger und sein bärtiges kanadisches Pendant verfügen beide über extrem kratzige Stimmen, beide lieben polternde Rhythmen und arrangieren ihre Songs gern mit Blasinstrumenten, Geigen und Instrumenten, mit denen ungewöhnliche Klänge erzeugt werden können.
Caplan lebt inzwischen in Halifax an der Atlantikküste, zwei Alben hat der Folk- und Rootskünstler bisher veröffentlicht. „In The Time Of The Great Remembering“ erschien 2011, im vergangenen Jahr folgte „Birds With Broken Wings“, an der 28 Musiker beteiligt waren, unter anderem einige osteuropäische Musiker. Dadurch hat sich Caplans Stil geändert, er verbindet in seinen Songs amerikanische Folklore mit der Musik vom Balkan. Caplan ist als Solist schon eine Klasse für sich, meistens wird er von seiner Band The Casual Smokers begleitet. Mit der Band im Rücken gehen seine Konzerte noch mehr ab!