RYAN BINGHAM
Ryan Bingham braucht Ruhe und Frieden zum Schreiben, und dafür siedelte er in einen alten Wohnwagen in den Bergen von Kalifornien um. In der Einsamkeit schrieb er sein bisher kraftvollstes Album – “Fear And Saturday Night”.
Bingham lebte tatsächlich in einem Van in North Dakota, als er “The Weary Kind” schrieb – den Song, der das Herzstück in dem Film “Crazy Heart” (2010) wurde. Er brachte ihm einen Grammy, einen Oscar, einen Golden Globe – und ließ ihn sprunghaft ins Rampenlicht schießen. Neben dem großen Erfolg erlebte er gleichzeitig einen tragischen Verlust hinter der Bühne, was nur wenige wussten. Bingham erzählt: „Zu dieser Zeit, mit all den Auszeichnungen, habe ich meine Eltern verloren. Meine Mutter trank sich selbst zu Tode und mein Vater erschoss sich.“
Aber zeitgleich gab es auch positive Veränderungen in seinem Leben – darunter seine Hochzeit. Sie diente als Quelle der Inspiration auf „Fear And Saturday Night“ – vor allem für Tracks wie „Snow Falls In June“ und „Top Shelf Drug“.
Das Album „Fear And Saturday Night“ beginnt mit „Nobody Knows My Trouble“, einer autobiografischen Ballade über den Versuch, einer schmerzvollen Vergangenheit zu entkommen. „Adventures Of You And Me“ handelt von einem Paar von Eigenbrötlern, die das Land zusammen bereisen, und „Island In The Sky“ greift ebenfalls das Thema des Reisens wieder auf – mit Flucht und Rettung.
Bingham zieht in seinem Album weiter mit poetischer Anmut durch seine Vergangenheit. In „Radio“ geht es darum, mit der Dunkelheit klarzukommen, die nicht weggehen will, dem Suchen nach einem sicheren Platz, um einen Sinn im Leben zu finden und darum, die Stärke zu haben, auf dem richtigen Weg zu bleiben.
„Hands Of Time“ ist über das Akzeptieren, was hinter einem liegt und über das Vorwärtsgehen mit Bestimmtheit und Entschlossenheit. Mit „Broken Heart Tattoos“ schreibt er einen sehnsüchtigen Walzer an ein ungeborenes Kind – er stellt sich vor, was für ein Vater er werden würde.
„Es fühlt sich so an, als wäre ich mein ganzes Leben lang gereist, sogar als kleines Kind“, sagt Bingham. „Meine Eltern waren beide wirklich schlimme Alkoholiker und mein Vater konnte nie einen Job behalten. Also lebten wir nie länger als ein paar Jahre in derselben Stadt. Wir zogen wir immer von Haus zu Haus, manchmal jeden Monat. Es fühlte sich an, als würde ich aus einem Karton heraus leben. Bis ich so alt war, dass ich mir selbst einen Koffer kaufen konnte – dann rannte ich einfach nur weg von allem.“
Vielleicht ist es der ergreifendste Moment auf dem ganzen Album, wenn Bingham in dem Titeltrack singt: „I don’t fear nothin‘ except for myself / So I’m gonna go out there and raise me some hell.“ Diese harten Lektionen – in guten wie in schlechten Zeiten – halfen Bingham, der Mann zu werden, der er heute ist. „Fear And Saturday Night“ ist ein authentisches, persönliches und tief bewegendes Portrait.
SONS OF BILL
“We’re convinced that there’s a cadence to the murmurs in the dark,
rapt in patient arbitration, between our weary head and heart,
til’ our spirits cease their raging in the silence of the night,
we’ll look for love and logic in the dying of the light. ”Sons of Bill, “Hymnsong”