„Desperate Ground“, das neue Album von THE THERMALS, ist genau das, was der Titel bereits verrät. Ein gefährlicher Weg.
Ein kritischer Moment. Die winzige Sekunde, in der man aufspringt und sich verteidigt – umbringt oder umgebracht wird.
Keine Flucht. Kein Versteck. Kein Problem! THE THERMALS sind schon mit schlimmeren Ereignissen klargekommen und hatten am Ende jedes Mal gute Geschichten zu erzählen.
Seit ihrem Debüt „More Parts Per Million“ von 2003 haben sich THE THERMALS eine Schneise durch ein Jahrzehnt gebrannt, das genug Angst und Schrecken in sich hatte, um für den Rest des Jahrhunderts auszureichen.
Die THERMALS haben auf „The Body, The Blood, The Machine“ den Zorn Gottes überlebt, mit „Now We Can See“ von 2009 die Angst vor dem Tod überwunden und sogar der Höllenqual monogamer Beziehungen auf „Personal Life“ von 2010 ins Gesicht gesehen.
Das sechste Album der THERMALS – ihr erstes auf Saddle Creek – sieht die THERMALS in all ihrer kratzigen und schraddeligen Herrlichkeit.
Die THERMALS sind wieder in Form mit all der jugendlichen Macht, der ungesteuerten jugendlichen Energie, die die ersten Alben so unglaublich erfreulich machten.
Auf der textlichen Ebene ist das Album eine schnoddrige und unverantwortliche Ode an menschliche Gewalt, eine schwarze Feier der Unumgänglichkeit von Krieg und Frieden.
Als düstere und dennoch freudige Geschichte erzählt „Desperate Ground“ vom einsamen Galgenvogel der Nacht.
Ein Mann, ein Weg, ein Schwert. Ein unbändiges Verlangen, zu zerstören. Ein niemals endender Kampf gegen Naturgewalten.
Ein unumgängliches Schicksal. Am Ende ist „Desperate Ground“ eine laute, gewalttätige Achterbahnfahrt, eine Punk-LP als blutiger Actionfilm.
Das klingt, als wurden THE WIPERS auf „Stirb langsam“ oder „Excalibur“ treffen. „Desperate Ground“ wurde von John Agnello (DINOSAUR JR, SONIC YOUTH) produziert.
Agnello und die THERMALS schlossen den finalen Mix nur Stunden ab, bevor Hurricane Sandy in New Jersey zuschlug.
Safi – Theater in der Stimme
Punk ist nicht tot und das Lied als existenzieller Schrei nicht aus der Mode gekommen. Wer Punk mit pubertären Jungs verbindet, die mit banalen Texten ihren Protest zum Ausdruck bringen und Krach als Musik rechtfertigen, solange es für die gerechte Sache ist, hat SAFI nie gehört. SAFI ist Punk, aber mit Poesie zwischen den anklagenden Zeilen, die mehr intelligenten Zynismus als naive Betroffenheit ausdrücken. „Punk 2013 braucht diese Musik. Aber noch mehr als auf einem Tonträger braucht er sie auf der Bühne. Denn von „da oben“ dürfte einem die konzentrierte Wucht SAFIs die Ohren wegschießen.“ (Musikexpress)