Dea Matrona (20:00 – 20:30 Uhr)
Zwischen verrauchten Bars und keltischer Mythologie verwandeln Dea Matrona moderne Rockmusik zu einem Fest für die Sinne, das gleichermaßen zum Tanzen und Schwelgen einlädt. 2018 in Belfast gegründet, avancieren Orláith Forsythe und Mollie McGinn innerhalb weniger Jahre zu einer Instanz der irischen Rockszene, spielen in kleinen Pubs und bei Hochzeiten, sammeln Erfahrungen im Live-Kontext, feilen am Sound. Das zahlt sich heute aus. Denn nicht nur platzieren sie das Debütalbum „For Your Sins“ (2024) auf sämtlichen relevanten Playlisten der irisch-britischen Musikszene. Das energiegeladene Duo zockt sich auch quer durch die europäische Festivallandschaft und begeistert etwa beim Eurosonic Noorderslag oder dem Glastonbury Festival ein tosendes Publikum. Daneben supporten sie auch Giganten wie Sting oder Bryan Adams bei diversen Konzerten und zeigen ein ums andere Mal: die jahrelang hart erarbeitete Bühnenerfahrung zahlt sich nun doppelt aus. Jetzt erscheint mit „Hate That I Care“ (2026) Album Nummer zwei, das die stromlinienförmigen Grooves des Vorgängers auf ein neues Level hebt und auch die unwiderstehlichen Hooks ihres Songwritings noch besser zur Geltung bringt. So gelingt Dea Matrona das, was viele versuchen: female fronted Rock fit für die Zukunft machen. Wer’s nicht glaubt, hat im September ein Doppeldate, das lange nachhallen wird.
Voxtrot (22:00 – 22:40 Uhr)
Erster Akt: Als das Internet gerade in die Pubertät kam, genießen Voxtrot mit ihrer Debüt-EP „Raised By Wolves“ (2005) nicht nur in den USA, sondern in der globalen Blogosphäre einen exzellenten Ruf als introspektive Indie-Rock-Reformer, die es sich mit produktionstechnischer Raffinesse zwischen Jangle-, Heartland- und Chamber-Einflüssen gemütlich machen. Im Anschluss sahnt auch das selbstbetitelte Debüt einhellig begeisterte Kritiken ab – von Pitchfork bis Spin. Die Band scheint mit ihrem Sound zwischen The Smiths, The Strokes und The Velvet Underground auf dem besten Weg nach ganz oben. Und dann ist plötzlich Schluss. Zweiter Akt: Nachdem sie die kompletten 2010er und darüber hinaus im Winterschlaf verbringen, feiern Voxtrot 2022 ihr Comeback und teasen die entgeisterten Fans regelmäßig mit neuen Ankündigungen sowie der einen oder anderen Single wie dem Überohrwurm „Fighting Back“ (2025). Zugleich körperlich und unbedingt tanzbar, dann aber auch wieder durchzogen von einer hazy Romantik, verbindet das nach 16 Jahren veröffentlichte zweite Album „Dreamers In Exile“ (2026) nun zeitgenössischen Indie-Sound mit einem bittersüßen nostalgischen Effekt-Anstrich. Am Beginn von Akt drei zeichnet sich also ab: Der perfekte Zeitpunkt für ihre längst überfällige Reeperbahn Festival-Premiere ist gekommen.
Donny Benét (23:40 – 00:40 Uhr)
Donny Benét ist ein vielbeschäftigter Mann. Der australische Disko-Troubadour mit italienischen Wurzeln hat sich über die letzten zwei Dekaden einen Ruf als ebenso vielseitiger wie stilsicherer Live-Performer erspielt und dabei eine filmreife Entwicklung aufs Parkett gezaubert. Begonnen hat er als Bassist in den Jazz-Combos von Sydney, bevor er sich mit Tom-Jones-Covers und einer Reihe sympathischer Synth-Funk-Alben wie „Weekend At Donny’s“ (2014) oder „Mr. Experience“ (2020) selbstständig macht und Down Under für seine liebevollen Live-Shows mit Comedy-Charakter schnell das Kult-Etikett ans Jackett genagelt bekommt. Sein Breakout-Track „Konichiwa“ (2020) landet in einer Handpicked Playlist von The Weeknd und das dazugehörige Album weit oben in den ARIA-Charts. Inspiriert von schillernden Persönlichkeiten wie Prince, Alan Vega oder Lou Reed, verfolgt der Multiinstrumentalist seither eine ganz eigene Vision des Post-Disco-Sounds, in die er Sophisti-Pop, Funktronica und italienische Verve ebenso integriert wie zunehmend komplexere Instrumental-Arrangements. Auch die neue Platte „Il Basso“ (2026) punktet mit einer Melange aus Eingängigkeit, spielerischer Raffinesse und jeder Menge Humor. Qualitäten, die ihn prädestiniert für einen Gig bei uns machen.