Kann man sich das vorstellen? Ben Taylor begann erst mit dem Singen, als er bereits in seinen 20ern war. Was daran so ungewöhnlich ist? Gute Frage. Bessere Antwort: Ben Taylor ist Abkömmling einer der einflussreichsten Musikerfamilien der US-Popgeschichte: seine Onkel Livingston Taylor, Alex Taylor und Hugh Taylor veröffentlichen Platten, bevor er auf der Welt war; seine Tante Kate Taylor ebenso. Aber das wäre noch nicht der entscheidende Punkt sich zu wundern. Ben Taylor’s Eltern zählen zu den talentiertesten und erfolgreichsten Musikern der 70er Jahre. Vater James Taylor wurde weltberühmt durch Carole King’s Klassiker „You’ve Got A Friend“, den er noch vor Carole selbst aufnahm, weil sie sich zunächst nicht traute, es selbst zu tun. Und Mutter Carly Simon ist wohl unvergessen für den Hit „You’re So Vain“, wo Mick Jagger im Background singt. Aber natürlich auch durch weitere Toperfolge: 4 US-Top Ten-Alben in den 70ern, darunter ein Nummer-1-Album. Die Erfolge von Vater James: 6 US Top Ten-Alben in den 70ern. Und die Erfolge dauern bis heute an. Das letzte Studioalbum „Covers“ von James Taylor erreichte Platz 4 der Albumcharts (2008) ebenso wie das Live-Album mit Carole King „Live At The Troubadour“ (2010).
Aber ist es fair über einen der besten Singer/Songwriter seiner Generation zu schreiben und mit seiner Familie derart auszuholen? Ja. Denn die Familie wird auch gerne „First Family in Pop“ genannt. Und dafür braucht man sich nicht zu schämen. Das tut Ben Taylor auch nicht. Er plaudert durchaus über die familiären Einflüsse. Obwohl schon immer musikalisches Talent bei ihm zu spüren war, verlagerte sich der junge Ben eher auf die ebenso stark ausgeprägte lyrische Seite. Ben Taylor ist ein Denker, ein Mann des Wortes und so wollte er zunächst Schriftsteller werden.