RUE ROYALE
Viel neues im Hause Rue Royale – nach gefühlt durchgängigen Touren, stetigen Alben-Verö ffentlichungen und überhaupt dem Herzensprojekt Rue Royale des anglo-amerikanischen Duos immer an erster Stelle, folgte zuletzt eine ungewohnt lange Pause. Für die Familie und das neugeborene Kind der beiden. Doch nach drei Alben (2008 „Rue Royale“, 2011 „Guide To An Escape“ und 2013 „Remedies Ahead“) war klar, dass sich trotz Baby-Pause und -Stress auch einige neue Songs ansammeln würden. Entstanden die Songs zuletzt meist während ausgedehnten Touren, irgendwo zwischen Auftritten, langen Fahrten, Soundchecks und an fremden Plätzen, genoss das Duo die Ruhe um ausgiebig am neuen Album zu arbeiten. Dafür zog man sich mit Sean Carey (Bon Iver/S. Carey) zurück ins Studio in Eau Claire, Wisconsin und schuf eine umso größere Version von Rue Royale, die gerade im Sound noch mal aufblü hte. Brookln sagt dazu: „Sean really added something to the Rue Royale sound, playing drums, piano, singing and more“. Doch Rue Royale wären nicht Rue Royale wenn sie nicht auch nach der Geburt des ersten Kindes stetig weiter an Songs, Touren und ähnlichem arbeiten würden. So folgen dieser Tage die ersten Tour-Termine, es wird fleißig am finalen Schliff der kommenden EP und des kommenden, vierten Albums gearbeitet, die man zuletzt schon via Kickstarter durch die Fans des Duos finanzieren konnte. Und die Vorfreude steigt!
BURKINI BEACH
Es ist eine beklemmende Welt, die Rudi Maier (aka Burkini Beach) auf seinem ersten Solo-Album „Supersadness Intl.“ zeichnet. Entwaffnend direkt erzählt der 26-Jährige von Selbstzweifeln, Depressionen und gescheiterten Beziehungen. Dabei schwingen immer so viel Selbstironie und schwarzer Humor mit, dass es nicht weinerlich oder gar klischeehaft klingt.
Die letzten Jahre verbrachte Maier als Sänger und Gitarrist des Duos The Dope damit, markerschütternden Indie-Punk zu machen. In dieser Zeit veröffentlichte die Band zwei hoch gelobte Alben und tourte mit Bands wie Warpaint, Band of Skulls, Cursive, etc. Aber das ist nur eine Seite von Maier. Die andere zeugt von seiner Liebe zum Fragilen, zu raffiniertem Storytelling, zarten Melodien und unaufdringlichen Pop Hooks.
Maier begann als Produzent zu arbeiten und verbrachte einige Zeit in London, wo er die ersten Ideen für sein Solo Projekt Burkini Beach sammelte. „Zunächst gar nicht mit der Intention, das irgendwann mal jemandem zu zeigen, geschweige denn es zu veröffentlichen, sondern nur als Zeitvertreib/Übung/Therapiestunde für mich selbst“, wie Maier sagt. Schließlich hat er sich doch dazu entschieden, die Songs mit der Welt zu teilen und ein Solo-Album aufzunehmen.
Die Arrangements auf „Supersadness Intl.“ sind bewusst karg gehalten, die Instrumentierung ist spärlich. „Ich wollte um jeden Preis vermeiden, in die Kitsch-Falle zu tappen“, sagt Maier. „Bei Akustikgitarren-Kram ist das ein ganz schmaler Grat zwischen schmalzig und okay.“ In diesem Fall entstand ein klaustrophobisches Kleinod, das an Genregrößen wie Elliott Smith, Mark Kozelek oder auch Sufjan Stevens erinnert. Ein atmosphärisch dichtes Werk von bisweilen schmerzhafter Intensität, welche Maier aber mit spitzbübischem Vergnügen und unter Einsatz von textlichen und musikalischen Pointen immer wieder aufzubrechen vermag.
JON FLEMMING OLSEN – Moderation Hamburger Küchensessions Gehen Raus 2017 !
“ER IST EIN SLOWSTARTER, FRAU OLSEN”,
sagte die Hebamme zu meiner Mutter als ich nach sechs Stunden immer noch nicht heraus kommen wollte. Zu dieser eher nachdenklich stimmenden Einschätzung meiner Person setzte die erfahrene Fachkraft dann nach meiner Geburt allerdings noch ein hoffnungsvolles Gegengewicht: “Er ist eine richtige kleine Persönlichkeit.”
In meiner Kindheit fiel ich durch Hang zum Klassenclowntum, starke musische aber nur mäßige mathematische Begabung auf. Mit zehn Jahren entdeckte ich im Plattenschrank meiner Eltern eine LP, die meinem Leben die entscheidende Richtung gab: „Revolver“ von den Beatles. Wann immer es ging, legte ich fortan den Longplayer auf, hielt ein Ohr an den Lautsprecher und studierte dabei jedes Detail des Covers. Wer diese Platte kennt, weiß, dass es sich um ein sowohl akustisch, als auch ein optisches Meisterwerk handelt. Ich bin daher bis heute dankbar, dass mir an Stelle dieses Tonträgers nicht zum Beispiel „The Singing Postman“ von Allan Smethurst in die Hände gefallen ist.
Nur wenige Jahre später tauschte ich die Geige gegen die E-Gitarre ein und gründete eine Schulband. Wir spielten unseren ersten Auftritt zur Eröffnung eines Bauspielplatzes in Hamburg-Altona und um das Ereignis zu bewerben, malte ich uns ein Plakat. Ganz grob gesagt bin ich diesen Tätigkeiten bis zum heutigen Tag treu geblieben und habe – mit wechselnden Gewichtungen – zwei Berufe daraus gemacht: Den des Musikers und den des Grafikers.
Als ich im Frühjahr 2000 ein paar kleine Rollen in Olli Dittrichs TV-Soloformat „Olli, Tiere, Sensationen“ übernahm, kam quasi noch ein weiterer dazu. Aber das ist eine Geschichte, die an anderer Stelle erzählt werden soll. Ich lebe mit meiner Frau pendelnderweise in Hamburg und Schleswig-Holstein und schätze als Freizeitbeschäftigungen insbesondere das Tauchen, Kochen und Carambolage-Billard. Letzteres leider sozusagen nur noch in Gedanken, denn auch der letzte in Hamburg noch verbliebene Billardsalon mit Carambolage-Tischen hat vor einigen Jahren seine Türen für immer geschlossen
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