Sie können es nicht lassen und lieben es einfach zu sehr, bei uns live auf Tour zu gehen und darum freuen wir uns, dass das kanadische Bluegrass Folk – Quartett nun erneut Spiellaune und Wärme in unsere Herzen bringt.
Diesmal haben sie aber ihr neues Album „Illusions & Doubt“ im Gepäck, welches am 26. August erscheinen wird und mit der ersten Single ‚Boots’ schon den richtigen Weg beschritten hat. Ihre Live-Shows sind an Dynamik sicher schwer zu übertreffen, denn im Gegensatz zu vielen anderen Bluegrass-Bands sind die Kanadier wesentlich „breiter“ aufgestellt und verstehen es in bravouröser Weise die Besucher in ihren mit Mandoline, Cello, Banjo und Akustikgitarren instrumentierten Bann zu ziehen. Der dunkle, leicht krächzige Gesang von Nate Hills passt doch so gut zu ihrer Musik und harmoniert in bester Weise mit Scott Pringle, der seine weichere Stimme bei den neuen Songs noch besser einzubringen weiß. Diese Dynamik haben sie einfach perfektioniert und nicht nur Ina Müller ist ein großer Fan, weshalb sie im letzten Sommer ja ihren Auftritt bei „Inas Nacht“ hatten.
Das Debüt der aus Regina, Sasketchewan, gelegen in Kanadas leicht provinzieller Mitte, stammenden Band erschien vor gut zwei Jahren und hörte auf den Namen „Good Company“ und genau das ist es auch, worum es ihnen geht. Kaum zu glauben, dass sie in diesen letzten zwei Jahren bereits fünf mal bei uns auf Tour waren, aber wir können sie einfach nicht abhalten und ein bisschen Freude hat den Fans auf dem Reeperbahn Festival, Maifeld Derby, Orange Blossom- sowie diversen anderen Festivals sicher nicht geschadet. In den USA und Kanada erfreuen sie sich auf den vielen Folk-Festivials mittlerweile auch größter Beliebtheit, aber rar machen sie sich zum Glück trotzdem nicht.
SHRED KELLY
In Kanada haben Shred Kelly neu definiert, wofür Folk Musik stehen kann: traditionellem Folksound verstärkt mit ihrem eigenen Upgrade, mit dem sie Genregrenzen pushen. Seitdem steht die Band für DEN modernen Folkrock Kanadas, spielen in ausverkauften Hallen, haben die großen Festivals bereist und einige Preise gewonnen. Darunter für die beste Live-Performance: sie stechen einfach durch ihren spürbaren Spaß auf der Bühne, immense Energie und ihrer Liebe für Live-Musik immens heraus. Deswegen zogen sie beim Reeperbahn Festival 2016 auch bei beiden Shows so viele Zuschauer an, dass Einlass-Stopp Einhalt geben musste.
Gleiches denken auch ihre Freunde von The Dead South, die sie eingeladen haben bei ihren vier großen Shows in Hamburg, Berlin, Dresden und München im November zu spielen. Eigene Shows stehen auch an, um die ersten Songs aus dem kommenden Album vorzustellen.
Die Band ist weiter gewachsen und hat ihre Kreativität noch stärker gebündelt. Selbstverständlich ist ihr Markenzeichen – die unglaublichen Banjo-Riffs wieder zu hören, unterlegt von Synthies, Powerrock und Harmoniegesängen. Gespannt erwarten wir die neuen Songs, die im Winter 2018 erscheinen werden und die sie als Support von The Dead South dem zahlreichen Publikum vorstellen werden
DEVARROW
Devarrow ist unsere neueste Entdeckung aus Kanada und wir haben ihn quasi von der letzten „Nova Scotia Music Week“ mit gebracht. Kaum zu glauben, dass dieser junge, smarte Kerl, der im richtigen Leben Graham Ereaux heißt, mit „The Coast, The Cottage“ (2011) und „The Great Escape“ (2015) bereits zwei Alben in seiner Heimat veröffentlicht hat. Nun erscheint mit der EP „Palmer“ endlich das erste Lebenszeichen auch bei uns und enthält neben dem Opener bzw. der Single bzw. dem unglaublichen ‚Little Road’ noch vier weitere Facetten dieses Künstlers.
Im Gegensatz zu diesem fast schon überschwänglichen Song kommt ‚Repeat/Palmer’ wesentlich melancholischer und nachdenklicher daher und wirkt fast schon opulent, im Sinne von Grizzly Bear, instrumentiert. ‚Unwired’ bietet dann eine träumerische Soundlandschaft, die trotz einer leichten Leichtigkeit nie leicht wirkt, sich aber in einem ganz eigenen Kosmos bewegt.
‚Fix’ zieht das Tempo dann endgültig aus der Melancholie heraus und befindet sich zurecht schon länger in seinem Live-Programm, denn diese Spielfreude ist nun mal die andere Seite der Medaille, wobei vor allem der Slow-Part in der Mitte des Songs großartig ist, bevor es dann wieder los geht, unterbrochen von recht kruden Tempi-Wechseln und Breaks. Das abschließende ‚The Past’ lässt uns dann noch mal drei Minuten schwelgen…
Überhaupt versteht es Devarrow sehr beachtlich, den dramaturgischen Faden zu spinnen, denn selten hat das Format der EP so unterschiedliche Dynamiken bereit gehalten, die allerdings nie zum Selbstzweck verkommen
Übrigens stammt Ereaux aka Devarrow eigentlich gar nicht aus Nova Scotia, sondern aus dem Kaff Moncton (New Brunswick), lebt aber mittlerweile in Halifax, was sich übrigens durch eine ziemlich gute Musikszene auszeichnet. So ist er befreundet mit den beiden nicht weniger großartigen Bands Mauno und Owen Meany’s Batting Stance, von denen wir sicher ebenso in diesem Jahr noch einiges hören werden.
Devarrow tritt sehr gerne im typischen „Raconteur“-Stil auf, was wir sicher besser unter „Storytelling“ verstehen, denn die kleinen Geschichten und Erlebnisse rund um die Songs sind Teil seines Musikerlebens und zeigen seinen ganz eigenen Charme, denn auch wenn er vom äußeren wie ein Surfer anmuten mag, so hat er wesentlich mehr zu erzählen und nimmt seine Zuhörer dabei liebend gerne mit.
Mit seiner „One-Man-Band-Show“ kommt er nun zum ersten mal über den großen Teich und wird u.a. auf ausgewählten Shows mit seinen Landsleuten von The Dead South und Yes We Mystic zu sehen sein.