Schon mit ihrem Erscheinungsbild heben sich The Living End von anderen Bands ab: Während die verstrubbelten und auch gerne mal gefärbten Haare wohl eher dem Punkklischee entsprechen, ist die Instrumentierung mit Gretsch-°©‐Gitarre, Kontrabass und Schlagzeug ganz klar dem Rockabilly-°©‐ Bereich zuzurechnen. Doch allein durch Äußerlichkeiten lässt sich keine Genre-°©‐Zuordnung vornehmen, Schubladendenken ist hier sowieso völlig fehl am Platz: Am ehesten lässt sich der Sound der drei Australier als klassischer Rock definieren, der sich bei allen musikalischen Stilrichtungen bedient, die auf Blues und Rock’n’Roll basieren. Egal ob Reggae, Punkrock, Beat oder auch mal Pop-°©‐ Anleihen – das Trio überrascht seine Anhänger immer wieder aufs Neue. Dies gilt auch für die Texte: Zwar handeln diese wie bei vielen Bands des Öfteren von zwischenmenschlichen Beziehungen, politisch äußert sich das Trio infernale allerdings doch recht deutlich. So wird beispielsweise die zunehmende Urbanisierung weltweit kritisch hinterfragt oder auch gesellschaftliche Gleichschaltung angeprangert. Darüber hinaus warnt Songwriter und Frontmann Chris Cheney vor falschen Entwicklungen und blindem Aktionismus. So greift er beispielsweise noch einmal den Fall des jungen Mannes auf, der wegen Terrorismusverdacht in der Londoner U-°©‐Bahn von Polizeikräften erschossen wurde und erinnert an das Leid der Hinterbliebenen. Von Betroffenheitsrock ist aber weit und breit keine Spur: Insbesondere bei ihren Shows zeigen Chris Cheney an der Gitarre, Scott Owen am Kontrabass sowie Andy Strachan am Schlagzeug mit einer energiegeladenen Show, was sie drauf haben.